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  • AutorenbildJoël

Nadine ist im Herzen eine kleine Mexikanerin <3

Aktualisiert: 16. Aug. 2023

Bueno, so packen wir also unsere sieben Sachen und verlassen die kuscheligen Bären in Kanada. Im Sommer werden die täglichen Umarmungen mit Bären sowieso unangenehm. Das bekannte Flugobjekt befördert uns von Calgary nach Guadalajara. Was für ein Name - den muss man sich einfach mehrmals auf der Zunge vergehen lassen. So, als hätte man ein Stückchen Eis im Mund. In Guadalajara wartet bereits Joel auf uns. Der Joel ohne die "zwöi Tüpfli ufem e". Joel (dases chly eifacher geit sägemerim Mexi-Joel) ist die alte Schulliebe von Nadine, aus den Zeiten ihres Austausch in Aguascalientes. Er nimmt uns mit und zeigt uns zusammen mit seinem Hund "Jackcito" die Stadt. Es ist echt genial, wenn Lokalmatadoren einem die Stadt zeigen können. Beide Joels verstehen sich gut, natürlich auch mit Nadine. So haben wir eine tolle Zeit! Die Stadt an sich haut uns wahrlich nicht aus den Socken - Socken passen ja sowieso nicht in Sandalen. Was uns vielmehr aus den Socken haut ist die Tatsache, dass zwei weitere gute Seelen mit einem bekannten Flugobjekt ihren Weg nach Guadalajara finden: Lina und Séverin. Irgendwie surreal die beiden am Flughafen herumirren zu sehen. Wir freuen uns sehr die nächsten 3 Wochen Mexiko mit ihnen zu erleben! Standesgemäss nimmt uns Joel am nächsten Tag mit in das Nightlife von Guadalajara. Mit "Chela y Mezcal" (Bier und Mezcal) geht's in der Cumbia-Bar für die einen erst richtig los, für die anderen ist der Spass schon wieder vorbei. Jetlag, "mir mögä eifach nüm u gö hei go pfuusä", sagen uns Lina und Séverin. Wir bleiben mit Mexi-Joel und seinen Freunden noch etwas da und ziehen danach weiter in eine Rooftop-Bar. Als auch diese die Türen schliesst, landen wir in einem der zwei noch offenen Keller-Clubs der Stadt. Hier bläst uns der Nebel des DJ-Pults beinahe das Toupé vom Kopf! Die Bässe ballern rein, die Lichtshow ist spektakulär. Diese vielen Reize werden uns allmählich zuviel, so entschliessen auch wir nach Hause zu gehen.

Am nächsten Tag wartet schliesslich das nächste Highlight. Mexi-Joel nimmt uns mit zum Fussballspiel. Sein Team, Atlas, spielt das erste Saisonspiel. Das darfst du natürlich nicht verpassen! Die Stimmung ist ausgelassen und fenomenal! Auch hier sind Bier und Mezcal unsere treuen Begleiter. Glücklicherweise gewinnt das Heimteam und alle verlassen zufrieden das Stadion. Nach diesen ereignisreichen Tagen ist es für uns Zeit die Stadt zu wechseln: auf nach Aguascalientes!

Wer unseren Blog bereits seit über 15 Jahren verfolgt, dem wird nicht entgangen sein, dass Aguascalientes Nadines zweite Heimat ist. Im zarten Alter von 16 Jahren verbrachte Nadine in diesem 1-Millionen-Städtchen ein gesamtes Schuljahr und liess ihr mexikanisches Herz entflammen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viel Freude ihre Kollegen und ihre Gastfamilien hatten, als sie Nadine endlich wieder einmal abknutschen und knuddeln durften. Das rührte einem fast zu Tränen, Emotionen pur! Und das nach all diesen Jahren. Unser Bus erreichte gegen Mittag die Stadt. Höchste Zeit ausgiebig zu feiern! Selbstverständlich wurde ein kleines Fest für uns organisiert, welches durch Bier, Mezcal, Tequila, mexikanisches Essen und tollen Gesprächen geprägt war. Wir schätzen uns so glücklich solche Dinge erleben zu dürfen. Teil einer mexikanischen Familie zu sein ist unbezahlbar! Alle möchten Nadine sehen und einladen. So hüpfen wir von Einladung zu Einladung, von Bier zu Bier, von Mezcal zu Mezcal. Aber das ist auch gut so. Séverin und Lina wird es irgendwann zu bunt, sie möchten in ihren Ferien noch etwas mehr vom Land und der Natur sehen. Also ziehen sie los ins Abenteuer und wir sehen sie zwei Tage später in Mexico Stadt wieder. In genau dieser Stadt sehen wir eine weitere gute Seele nach langer Zeit wieder. Voller Freude nehmen wir Joy in die Arme und reisen fortan zu fünft weiter.

Wie diese Reise aussah, dürft ihr gerne in den Worten Séverin Baschungs erfahren (achtung, es wird sehr poetisch):


"Ja da simer de plötzlech ou zmexiko gsi slineli u ig. Und plötzlech heimerse wieder gseh, giodini. Si hei gseit si sige scho 15 Mönet am reise gsi, aber das heimer ine nid gloubt. Jedefaus simer ner drufab de fein ga ässe nachere usruhende nacht. Und so ischs eich jede tag ner gange mitm usruhe und speise. Hin u wieder het o ä tequila oder es cerveza gmundet. Ja wo de giodinis so viu hei spanisch wöue rede mit ihrne amigos, hei slineli u ig nis gfrogt was touris so mache und hei de das o gmacht. Sogar szündhöuzli hets uf mexico gschafft. Ja und obmer nid scho gnue freud hätte gha a üsne ferie isch de ono djoy drzue cho. De simer de 5 räder am gliche wage gsi, aber keis isch zviu gsi. Ja u wemer de nid erbost diskutiert hei, heimernis paar würfle agschosse, das het ono gfägt. Witerhin heimer fein gässe, wobi die eint busfahrt das zügs im mage gad widr hätt wöue zrügg ha. Ja zum Abschluss heimer de ono blegeret am strand wies sichs ghört (das hei drum touriste ou viu gmacht).

So öbbe si die 3 wuche gsi."


Abenteuerlich reisten wir von Mexico Stadt via Oaxaca durch kurvige Strassen in die Pilz-Hochburg San José del Pacifico. Da war es kaum erstaunlich, dass gewisse Mägen ihre Inhalte in leicht verdünnter Form der Welt erneut erkenntlich zeigten. "Aber das ghört doch derzue, es wär doch süsch gar nid Mexiko!". Die kurvigen Strassen mit ihren endlosen Bodenwellen und dem Fahrer, der den Mercedes Sprinter Bus fuhr wie einen Rallye-Wagen, führten uns schlussendlich runter an den Pazifik. Hier schwitzten wir vom einen Ort zum anderen und lebten für 5 Tage in einem Hobbit-Haus. Dieses teilten wir teilweise mit einer Katze, einer Vogelspinne und ein paar Skorpionen. Wir quatschen viel, spielen Spiele (bis Séverin auch endlich mal als Sieger erkoren werden kann) und lassen es uns gut gehen. Nach ereignisreichen und tollen drei Wochen verlassen uns Lina und Séverin leider wieder. Anscheinend müssen sie irgendwo Leben retten gehen, wie sie behaupten. Wir nehmen ihnen das heute noch nicht ab. Ärzte halt, die versteht man ja sowieso eher selten.

Mit Joy durften wir dann noch eine Woche in Puerto Escondido und Huatulco verbringen. Damit wir der schwitzigen Hitze kurzzeitig entfliehen konnten, buchten wir eine Tour in die Berge zu kühleren Gewässern. Nur eine kurze und kurvige Reise zu den Hügeln und Mexiko zeigt sich als komplett anderes Land. Üppiges Grün, Kaffe-Sträucher und traditionelle Lebensweisen prägen hier das Bild. Eine der Touri-Touren, die sich wirklich lohnen. Nach diversen Ausflügen, chly Lädele und Wellen bestaunen, verlässt uns auch Joy wieder. Auch sie kommt mit wirren Aussagen sie müsse irgendwelche Dinge tun in der Schweiz. Verstehen wir bis heute nicht.

Nun stehen wir wieder alleine zu zweit da, mit einer Menge an neuen Erinnerungen, die wir gemeinsam mit den drei Spassvögeln geschaffen haben. Wir sind euch so dankbar, dass ihr Teil unserer Reise seid und den Weg auf euch genommen habt, um uns zu besuchen. Danke tuusig! Es hat so gut getan wieder einmal mit Freunden unterwegs zu sein. Ihr fehlt uns jetzt schon.

Auf uns wartet nun das nächste Abenteuer: Hotelito Swiss Oasis. In dieser idyllischen Oase dürfen wir endlich wieder einmal arbeiten. Mal sehen, ob wir noch wissen wie das geht ;-) Das erfahrt ihr im nächten Beitrag von uns, sofern wir nicht überarbeitet in der Klappsmühle landen :-P


Con mucho amor y mezcal,









 


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