• Nadine

Abenteuerland Peru: Teil 1

Und schon sind wir in Peru! Nur wenige Stunden vom bolivianischen Dörfchen Copacabana liegt die peruanische Stadt Puno – ebenfalls am Titicaca-See. Hier wollen wir die schwimmenden Inseln der Urus besuchen und deren Alltag kennenlernen. Leider war dieser Ausflug – für uns persönlich- ein riesen Reinfall (nass wurden wir aber nicht, keine Angst!). Die Inseln selbst sind sehr interessant jedoch war der ganze Aufriss nur für die Touristen inszeniert. Uns war es sehr unangenehm die Urus auf solch eine Art und Weise kennenzulernen. Stellt euch vor, ihr kommt auf diesen aus Schilf gezauberten Inseln an, die Bewohner warten auf euch, schütteln euch die Hand & senken dabei den Blick und singen euch qualvoll und lustlos auf drei Sprachen ein paar Liedchen vor... Wir wären am liebsten im Schilf versunken. Nun denn, wir lernen daraus und haben uns deshalb entschieden, dass wir uns ab jetzt von diesen „Touris-Fallen“ fernhalten und nur noch auf eigene Faust losziehen. Und so zieht es uns in die wunderschöne Stadt Arequipa und in den Colca-Canyon.

Als wir nach Arequipa einfahren, dachten wir zuerst „oh jeeeee, was für eine riesen hässliche Stadt“. Unendlich gross, voller Staub, wenig grün und ein Verkehr so dickflüssig wie angebrannter Caramel (nur leider nicht so lecker). Unsere Ansicht änderte sich sehr schnell. Das Zentrum von Arequipa ist zum verlieben schön. So viele schöne Gebäude, Kirchen (wir lieben Kirchen!), Kloster (ein Traum), Restaurants, Bars und Cafés. An jeder Ecke eine andere Architektur, ein anderer Style und etwas Neues zum entdecken. In dieser Stadt haben wir ebenfalls drei tolle vegane Restaurants entdeckt: Omphalos, Prana Vegan Club und El Buda Profano 😊 Im Prana meinten wir es etwas zu gut, als wir uns ein Ceviche teilen wollten und dazu noch 2 Hauptgänge bestellten. Unsere Bäuche sind seit diesem Tag durch kleine, feine Risse gekennzeichnet... In Arequipa haben wir es uns richtig gut gehen lassen. Die Stadt entdecken, toll essen, von Café zu Café schlendern und einfach nur entspannen bevor es auf die 4-Tages-Wanderung in den Colca-Canyon ging.

Nach einer ca. 5h Busfahrt nach Cabanoconde, nach einer erholsamen Nacht sowie einem stärkenden Frühstück starten wir unsere Wanderung. Am ersten Tag stiegen wir in den mächtigen Canyon nach Llahuar hinunter, wo wir den Nachmittag in der warmen Sonne genossen. Auf dem Weg durften wir sogar noch mehrere Condor-Vögel bestaunen. Vögel so gross wie Sprungbretter :-D Wir hausten in einem süssen familiären Hostel und wurden mit einem herrlichen Abendessen und leckeren Morgenessen verwöhnt. Am zweiten Tag machten wir uns auf nach Fure. Ein winziges verlassenes Bergdorf, wo nur noch eine Frau wohnt – die Frau, die sich um das einzige Hostel dort kümmert. Auch hier wurden wir wieder mit tollem Essen verwöhnt. Etwas versteckt weiter im Tal, entdeckten wir noch Überreste ehemaliger Talbewohner, das war vielleicht gruselig. Da lagen sicherlich an die 50 Schädel und Skelette unter einem Stein rum, tschüderlig sagen wir euch, richtig tschüderlig. Der dritte Tag war unser Highlight. Nicht nur weil wir unser 8-Jahres-Jubiläum feiern durften, sondern auch weil der Weg von Fure über Sangalle nach San Juan de Chuccho unglaublich schön war. Wir durften mitten durch bewässerte Gärten wandern und riesige Feigenbäume bestaunen. In der kleinen Posada Gloria konnten wir mit einem kühlen Bier (oder waren es vielleicht doch mehr?) und offeriertem Popcorn auf uns anstossen. Am letzten Tag mussten wir dann die 1‘000 Höhenmeter, die wir am ersten Tag hinunterwatschelten auch wieder hochwatscheln. Aber dies war kein Problem mehr. Oben angekommen hat uns dann auch noch ein Condor besucht und uns etwa 10 Minuten von seiner Aufmerksamkeit geschenkt – eine Flugshow, die die Patrouille Suisse in den Schatten verbannt. Es ist einfach toll mit unseren Rucksäcken, ein paar Snacks und viel Vorfreude durch die vielseitige Natur Perus zu wandern & so schöne Begegnungen mit den Locals zu erfahren. Von ihnen über die Region, ihr Leben und ihre Ansichten zu hören ist genau das, was wir in unserer Reise suchen und was uns jedes Mal voller Freude tränkt. Es ist einfach zauberhaft eine solche Reise erleben zu dürfen. Wir schätzen dies jeden einzelnen Tag und bemerken, was für einen riesen Luxus wir hier leben – und das auf eine einfache & simple Art und Weise 😊


Con mucho amor y cariño



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