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  • AutorenbildNadine

La vida colorida en Colombia (Parte 1)

Nach 2 Tagen in Quito ruft uns Kolumbien - und zwar seeeeeeeehr laut. Wieso? Weil in Kolumbien unsere tollen Freunde Ramona und Manuel (aka Mansguel) sind, die wir unbedingt so schnell wie möglich sehen möchten! Nadine hat natürlich bereits vorher mit Manuel Kontakt aufgenommen, damit wir die unwissende Ramona in Cali überraschen können - das wird ein Fest :) Das Datum des Wiedersehens steht fest, also packen wir unsere 7 Sachen, regeln das Aus- und Einreisezeugs an der Grenze und setzen uns in den Nachtbus von Ipiales nach Cali. Nadine kann es kaum erwarten ihre geliebte Ramona abzuknutschen und in die Arme zu schliessen - ihr könnt euch also vorstellen, dass die Busfahrt eine gefühlte Ewigkeit dauert...Nach 2 ganzen Stunden Verspätung (danke Manuel, dass du Ramona so lange ablenken konntest) kommen wir in Cali an und gehen auf direktem Weg ins Resti, wo wir auf die beiden warten. Wir setzen uns extra an einen kleinen versteckten Tisch, damit uns Ramona nicht sofort sieht. Endlich kommen sie. Ramona schaut sich gemütlich um, schaut Nadine sogar in die Augen, ohne jegliche Reaktion. Aber dann - das Gekreische geht los, als Ramona endlich realisiert, dass wir es wirklich sind. Umarmungen, Küsse und noch mehr Umarmungen folgen!

Wir verbringen die nächsten 2 Wochen mit den beiden und kaum angekommen geht das Abenteuer auch gleich los. Am selben Abend gehen wir zusammen an ein Konzert - obwohl wir den Hauptact verpassen, weil dieser sich einfach zu lange Zeit genommen hat - haben wir eine super lustige Zeit. Wir erkunden gemeinsam Cali, tanzen Salsa in dem berühmten Club La Topa Tolondra (zumindest geben wir unser Bestes!) und lassen uns von den feinen kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen.

Nach 2 Tagen Cali zieht es uns an die Pazifikküste nach "La Barra". Um dort hinzugelangen, hat uns Ramona's Freundin einen detaillierten Plan zusammengestellt. Zuerst geht es um 5:00 Uhr morgens mit dem Taxi los nach Buenaventura zum Hafen, wo wir ein Boot nehmen nach Juanchaco. Diese Fahrt dauert 1 Stunde und war unglaublich anstrengend für unsere Bandscheiben. Grosse Wellen und ein kleines Boot - schlechte Kombination ;) Gute Rückenmukkis helfen aber! Überglücklich das Boot verlassen zu dürfen, steigen wir auf Motorräder, die uns nach Playa la Barra fahren. Und so normal wie es ist ohne Helm und barfuss zu fahren, ist es auch völlig normal noch ein grosses Pack Bier in der einen Hand mitzutransportieren. Ab und zu darf sich auch der Schalthebel lösen und zu Boden fallen, den kann man ja einfach wieder ranwursteln. Unser Hostel befindet sich auf einem kleinen Hügel in Mitten der grünen Dschungelnatur. Wir haben zwei Holzbungalows mit Blick auf den Pazifik - unbeschreiblich toll! Hier verbingen wir die nächsten 3 Tage, wo wir mit Spinnen, Käfern und Co. duschen, aufs WC gehen und natürlich auch gute Nacht sagen. Apropos duschen, die Duschen hier sind genial! Vollgefüllt mit Pflanzen, als würde man im Dschungel duschen! Ein weiteres Highlight in diesen 3 Tagen ist der Nachtausflug in die Mangroven, wo wir das Zaubern des glitzernden Plankton sehen, spüren und erleben dürfen. Das war magisch. Nadine und Ramona wagten sich sogar ohne Licht in das Meer, um sich mittendrin vom Palkton zu verglitzern. Wir haben wirklich eine tolle Zeit gemeinsam und geniessen die wunderschöne & wilde Natur an der Pazifikküste.

Nach dieser "Zivilisations-Auszeit" gehen wir wieder zurück nach Cali, wo wir uns für ein paar Tage in einem genialen Airbnb wie zu Hause fühlen. Wir machen Sport, gehen Brunchen, gehen feiern & tanzen und lassen uns einfach von der tollen und verrückten Stadt treiben. Hier lassen wir uns sogar wieder einmal unsere Haare schneiden :)

Wir bleiben natürlich nicht stehen und reisen alle gemeinsam weiter in die Kaffeeregion rund um Pereira. In Pereira selber bleiben wir nicht lange und besuchen die "Möchtegern-Warmen-Quellen". Wieso möchtegern? Weil sie nicht natürlich sind und wahrscheinlich alle dem Menschen bisher bekannten Bakterien im Wasser beherbergen. Es sind eher warme Tümpel, wo man lieber den Kopf nicht unter Wasser halten möchte - ich sag's nur...

Nur wenige Kilometer weiter befindet sich das süsse Dorf Filandia, wo wir gemeinsam die Weihnachtstage verbringen. Wir machen hier noch 2 lustige Wanderungen. Die erste hat der liebe Joël ausgesucht, der uns durch wilde Schlammwege, über Kuhweiden und durch den dichten Dschungel führt. Schwierig, fast nicht machbar aber einfach atemberaubend schön. Bei einem Wasserfall beobachten wir Vögel und kühlen uns ab. Ramona hat auf dem Schlammweg fast ihre Schuhe verloren und im dichten Dschungel musste sich Nadine ein wenig zusammenreissen. Gemeinsam kommen wir jedoch etwas verspätet (und via Privatgrundstück) aber überglücklich in unserem süssen Hostel an. Am zweiten Tag besuchen wir den Ort, wo Ramona für eine Woche half Kaffee, Bananen und andere kolumbianische Köstlichkeiten zu ernten. Der Weg dorthin war etwas überschaulicher und mit weniger Steinen drin ;) Der Besitzer heisst Karl, ist ursprünglich aus Deutschland und hat sich dort eine kleine Oase geschaffen. Direkt am Fluss hat er eine kleine Kaffeeplantage, ein paar Bananenbäume, Nüsse und Kakao. Alles für die Eigenversorgung. Da er alleine lebt und seeeeehr viel zu tun hat, ist die Produktion noch nicht ganz "so gut", um seine Produkte zu verkaufen - aber er ist auf einem guten Weg. Bei Karl geniessen wir ein super leckeres Mittagessen, da er gerade einen Volunteer hat, der ursprünglich Koch gelernt hat und für uns alle etwas Hervorragendes gezaubert hat (siehe Foto unten).

Unser gemeinsames Weihnachten war alles andere als "traditionell" aber immernoch wunderbar. Da alle Restaurants am 24. bereits am späten Nachmittag schliessen - um mit der Familie feiern zu können - beschliessen wir ein ausgiebiges Mittagessen zu verspeisen. Zum Apero gehen wir auf den Dorfplatz und kaufen uns ein Bier und eine gefüllte Arepa (Maistätschli). Den Hauptgang geniessen wir in unserem Lieblingsrestaurant "Mil Cilantro", der aus Reis, Bohnen, Gemüse, Salat und Patacones (Kochbananen-Pancakes) besteht. Nur ein paar Schritte weiter finden wir in einem süssen Café unser Dessert: Schokokuchen, Zitronencake, Cheesecake und ein Mandelcroissant - was für ein Gaumenschmaus!

Der 24. war unser (vorerst) letzter Tag gemeinsam aber wir sind sicher, dass wir uns irgendwo im Norden von Kolumbien wieder sehen. Aus diesem Grund war der Abschied nicht ganz so schmerzhaft. Wir hatten wirklich eine tolle Zeit und sind unglaublich dankbar, dass wir die beiden auf unserer Reise getroffen haben. Wir haben so viel gelacht und viele Ideen für den schlechtesten Film aller Zeiten gesammelt. Macht euch gefasst!

Am 25. nehmen wir den Bus von Salento nach Medellin. Eigentlich sollte die Fahrt "nur" 15.5h dauern aber schlussendlich sitzen wir dann doch über 20h im Bus - hello Colombia :) In Medellin haben wir "leider" nur 2 Tage Zeit, da wir am 29. Dezember weitere Freunde, Simone & Matthias, in Santa Marta treffen. Wir haben somit nicht sehr viel von Medellin gesehen aber was wir sehen, gefällt uns sehr. Das heisst wir müssen unbedingt für eine längere Zeit wieder zurück. In Medellin besuchen wir das Viertel El Poblado, das voll mit süssen Cafés, Restaurants und Lädeli ist. Ebenfalls besuchen wir mit einer Free-Walkingtour das berühmte Viertel Comuna 13. Unser Guider erzählt uns die gesamte Geschichte, denn er hat alles selbst miterlebt. Es ist eine sehr verzwickte Geschichte mit vielen verschiedenen Parametern. Aber grundsätzlich hatte es in dieser Comune über viele Jahre interne Bandenkriege, viele der Einwohner flohen von den ländlichen Regionen in diesen Stadtteil, da sie von ihren Häusern vertrieben wurden. Später mischte sich die Regierung ein und noch mehr Blut floss. Um so spannender ist, dass diese Comune 13 heute eines der sichersten und touristischsten Viertel der Stadt ist. Wer noch mehr und genaueres über ihre Geschichte erfahren möchte, findet sicher viele Infos im Internet. Apropos Geschichte, in Medellin gibt es ein Museum, das man unbedingt besucht haben muss: Casa de la memoria. Hier erfährt man auf eine interaktive und wunderschöne Art & Weise, was Medellin und auch ganz Kolumbien in den letzten Jahren durchgemacht hat - sehr empfehlenswert. Wir können uns in der Schweiz überglücklich schätzen, ist unser Gesellschaftsfindungsprozess an einer anderen Stelle und anders als in Kolumbien in den letzten 50 Jahren blutfrei. Bevor wir Medellin verlassen, mussten wir natürlich noch einen Touri-Ausflug nach Guatapé machen. Eine wunderschöne Region ca. 2h von Medellin entfernt. In Guatapé befindet sich der wichtigste Stausee Kolumbiens (liefert 30% der Energie des ganzen Landes) und man merkt gar nicht, dass es ein Stausee ist. Viele kleine Inseln, viele grüne Flächen und ein sehr merkwürdiger Stein, den man über eine Treppe erklimmen kann. Es war jedoch Hochsaison und mit uns bestiegen noch 1 Million andere Menschen den Granit-Brocken. Fazit: keine Touri-Trips in der Hochsaison ;) als hätten wir das nicht bereits vorher gewusst :-D

Wir verlassen die Frühlingsstadt Medellin mit einem wundervollen Gefühl (we'll be back!) und freuen uns riesig unsere Freunde in Santa Marta zu treffen.


Con mucho amor,



 


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