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  • AutorenbildJoël

Im schönen Norden Thailands

Nach unseren innigen Umarmungen in Bangkok möchten wir die Stadt etwas besser kennenlernen. Selbstverständlich darf da der gute Morgencafé nicht fehlen. Ansonsten sehen zwei von uns vier nicht viel weiter als bis zu den zierlichen Spitzen der eigenen Augenwimpern. Das könnte ganz gefährlich sein in einer Stadt mit viel Verkehr! Also gehen wir auf die Suche nach gutem Kaffee. Überrascht stellen wir fest, dass in Thailand eine geniale Specialty-Coffee Kultur herrscht und man an fast jeder Ecke Spitzenkaffee findet. Gestärkt machen wir uns nun auf die Suche nach den ersten Tempeln und Buddha-Statuen. Die Liebe zu den Details an diesen heiligen Stätten ist unglaublich! Die verspielte Architektur, die freundlichen Gesichter der Buddha-Statuen und die schön dekorierten Gärten lassen uns staunen. Wir schlendern durch Chinatown, fahren mit der Metro, lassen uns mit einem ultralauten Tuk-Tuk rumfahren, streunen durch die unendlichen Streetfood-Stände und freuen uns, den Stadtdschungel in Richtung Kanchanaburi (Westen) verlassen zu dürfen. Wir sind echt keine Stadtmenschen.

Mit dem schicken Zug mit schön gezimmerten Holzbänken flitzen wir in das nahe gelegene Kanchanaburi. Ein kleines Städtchen an einem Fluss. Hier möchten wir in den nächsten Tagen die Umgebung erkunden. Eines unserer Ziele ist der Erawan-Nationalpark mit seinen blau-schimmernden Flüssen und Stufen, die an eine Avatar-artige Welt erinnern. Bei einem der zahlreichen kleinen Wasserfälle lassen wir uns die Füsse von kleinen Fischen putzen (auch die mögen Schweizer Qualitätskäse). Selbstverständlich müssen wir uns nach solchen Ausflügen mit gutem Kaffee stärken! Und auch hier, in diesem kleinen Städtchen, finden wir genialen Kaffee!

Unser nächster Ausflug führt uns zur Somboon Legacy Foundation. Diese Organisation möchte ausgebeuteten Elefanten ein zweites Leben schenken. Leider leiden in Thailand immer noch viele Elefanten unter dem Tourismus und der Ausbeutung ihrer Halter. Viele Dinge wurden glücklicherweise verboten, um die sensiblen Tiere zu schützen. Dennoch gehen viele Leute mit den Tieren reiten, waschen und berühren sie. In der Somboon Legacy Foundation dürfen wir viel über die eindrücklichen Tiere lernen. Um zu verstehen, was ein Elefant ist, muss man aber einen gesehen haben. Diese Energie ist echt faszinierend! Wir durften ihnen Futter zubereiten (die Kerlchen und Kerlcheninnen verschlingen ganze Bananenpalmen!) und ihnen beim essen & baden zusehen. Wir hatten sogar das Glück das trompetige Elefantengeräusch zu hören! Und weil die Elefanten nicht unbeträchtliche Mengen an Futter essen und dementsprechend grosse Haufen an veredeltem Material der Welt wieder zurückgeben, hat die Organisation eine Technik entwickelt, um daraus Papier zu produzieren. Glücklicherweise riecht dieses Papier überhaupt nicht fäkalisch :-)

Nach den schönen Begegnungen mit unseren grauen Freunden zieht es uns weiter in den Norden, nach Chiang Mai. Hier treffen wir Bekannte aus der Schweiz, die seit 6 Jahren in Thailand leben. Mit ihnen dürfen wir die Region kennenlernen und haben unsere privaten Guides. So spanned das Land aus ihrer Sicht besser kennenzulernen. Sie geben uns viel Einblick in die thailändische Kultur und entführen uns eines Abends in ein Gourmet-Restaurant, wo unsere Geschmackssinne in neue Sphären gehievt werden! Selbstverständlich finden wir auch in Chiang Mai sensationellen Kaffee, keine Frage! In dieser Region wird auch viel angebaut.

Nach einer Wanderung zu einem Tempel, entschliesst sich Mamma Barbara mit dem Taxi den Berg runterzurollen. Wo genau wir sie wieder treffen werden ist nicht so klar. So erstaunt es kaum, dass wir sie unten am Berg nicht mehr finden. Doch selbst ist die Frau! Kurzerhand organisiert sie sich via Grab (pendant zu Uber) ein Mototaxi und flitzt mit dem Scooter an uns vorbei. Was für ein Zufall, dass wir uns in einer so grossen Stadt wieder so einfach gefunden haben!

Diesen Schwung nutzen wir, um die endlosen Kurven nach Pai hochzufahren. Pai liegt in einem eindrücklichen Hochplateau umgeben von Reisfeldern. Mit dem Zentrum dieses kleinen Dörfchens verstehen wir uns wie nasses Holz und Feuer - wir brennen einfach nicht! Einzig, oh wunder, die zwei süssen Kaffees ziehen uns einmal mehr magisch an... Also erkunden wir die wunderbare Umgebung und geniessen die Naturklänge unter dem schönen Sternenhimmel. Nach den wunderbaren Eindrücken von Pai heisst es für uns, die unendlichen Kurven wieder nach Chiang Mai runter zu flitzen. Glücklich und unversehrt erreichen wir die Grossstadt, wo wir ein Auto mieten und den Norden auf eigenes Lenkrad erfahren möchten ;-)

Unsere Nase führt uns via Lampang durch Reisfelder nach Phayao, Chiang Rai und Chiang Dao. Und genau so wie es klingt war es auch.

Selbstverständlich finden wir auch hier wieder Kaffee der Kategorie Extraklasse! Die machen hier wirklich den Italienern Konkurrenz. Während unserem Trip dürfen wir direkt neben Reisfeldern schlafen, verbringen 4 Nächte in einem feudalen Zelt, cruisen durch schöne Landschaften, feiern den Geburtstag von Bruno, flitzen mit Drahteseln durch weitere Reisfelder, haben spannende Diskussionen und einfach eine gute Zeit. Unser Elan thailändische Tempel zu erkunden legt sich je länger je mehr. Irgendwann haben wir genug von diesen Tempeln. Wir kehren ihnen aber nicht den Rücken zu - das hätte der Buddha nicht so gerne. Aber wir bemühen uns nicht mehr, weitere sehenswerte Tempel zu suchen. Wir suchen viel lieber weitere Kaffees, um keine Entzugserscheinungen verspüren zu müssen :-D Nebst dem hohen Kaffeekonsum beschäftigten Nadine und mich weitere Fragen: warum ist der Box-Ring ein Quadrat? Und wie lange können wir noch nach Westen reisen, bis wir im Osten landen? Ja diese Fragen und was wir nach Thailand eigentlich tun möchten beschäftigen uns sehr. Irgendwie haben wir mal wieder keine Ahnung. Aber zuerst die gemeinsame Zeit in Thailand geniessen <3

Zurück nach unserem Roadtrip in Chiang Mai trennen sich dann unsere Wege. Wir machen ein Wettrennen: Nadine & Joël mit dem Nachtzug & Bus, Barbara & Bruno mit dem Flugzeug. Gemeinsames Ziel: der Golf von Bangkok! Zeit, Meeresluft zu schnuppern. Zug und Bus gewinnen! Aber primär, weil wir mit 14 Stunden Vorsprung starten :-D Allerdings verpassen wir den Zug beinahe... Unser Uber-Fahrer war der netteste Fahrer aller Zeiten und liess jeder Ameise den Vortritt. Ja, wir waren knapp dran, aber der Typ stellte uns echt auf die Probe. Zu seiner klassischen Musik schlief er fast ein und fand trotz unserer Hinweise das Gaspedal nicht. Er sprach halt einfach kein Bärndütsch, vielleicht war das unser Fehler :-D 5 Minuten vor Abfahrt haben wir den Nachtzug aber trotzdem erwischt, alles gut.

Nach der kurzen Trennung trafen wir uns auf er Insel Koh Chang wieder. Traumstrände, leckeres Essen und süsse Meeresluft! Leider nein, wir waren alle enttäuscht. Wir fühlten uns auf dieser Insel gar nicht wohl. Die Insel hatte eine Vibe, der uns überhaupt nicht entsprach. Alles wirkte etwas gruftig und vom Massentourismus verwüstet. Wenig Charme, wenig Liebe zum Detail, einfach nicht unser Ding. Nach einer Weile haben wir uns aber wieder gefangen und ein paar schöne Orte entdeckt. Wir waren aber alle froh die Insel hinter uns zu lassen und unser Lager auf der Insel Koh Khood aufzuschlagen. Diese Insel zog uns von Anfang an in ihren Bann. Diese Insel bietet alles, was das Herz begehrt (ausser Spitzenkaffee...): Traumstrände, Hügel, trockene Wasserfälle, lockere Küstenwanderungen, Mangrovenwälder, Affen, Hunde, tolle Unterkünfte, leckeres Essen und und und! Wir geniessen diese Insel sehr! Wir sind froh, den Abschluss unserer Reise an diesem schönen Fleckchen Erde verbringen zu dürfen.

Mittlerweile haben Nadine und ich auch mehr Klarheit was unsere Zukunft anbelangt (das mit dem Box-Ring, Osten & Westen verstehen wir leider noch heute nicht). Ein gutes Gefühl!

Gemeinsam reisen wir nach Bangkok zurück, wo wir einen emotionalen letzten Tag verbringen dürfen. Alle sind etwas unruhig und in sich gekehrt. Niemand möchte so wirklich glauben, dass sich diese wunderbare Zeit bereits dem Ende neigt und sich all die schönen, gemeinsamen Momente in Erinnerungen verwandelt haben. An einer stark befahrenen Bangkoker Strasse nehmen wir noch einen Schlummertrunk und verabschieden uns schweren Herzens. Danke für die tolle Zeit! Wir haben das sehr genossen und denken voller Freude an diese schöne Reise. Was gibt es schöneres als gemeinsam Zeit zu verbringen, zu quatschen, zu witzeln und Dinge zu erleben? Diese Dinge müssen nicht immer bur schön sein. Sie dürfen, wie in Koh Chang, auch mal enttäuschend sein. Wenn man in guter Gesellschaft ist, spielt dies aber eine untergeordnete Rolle. Gemeinsam macht früher oder später alles Spass :-D


Con mucho amor,

 


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