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  • AutorenbildJoël

Die grosse Überraschung in Bangkok

Nach unseren ersten Gehversuchen in Südostasien reisen wir von Langkawi weiter nach Thailand. Mit der Fähre erreichen wir die kleine Insel Koh Lipe. Die Insel ist mit der Fähre ungefähr 90 Minuten von Malaysia entfernt - doch zwischen den Ländern Thailand und Malaysia liegen Welten! Die Leute empfangen uns extrem freundlich, lachen und sind extrem locker. Völlig ungewohnt für uns, nach unseren Erfahrungen in Malaysia. Ja wenn das so ist wollen wir es auch nicht kompliziert machen und lassen uns voller Vorfreude darauf ein!

Koh Lipe ist eine verrückte Insel. Umgeben von Traumstränden und vielen Tauchspots. Leider tauchen wir nicht, so können wir den letzten Punkt nicht bestätigen. Auf der Insel befinden sich allerdings zahlreiche Tauchbegeisterte. So macht die Insel entweder extrem gutes Marketing oder die Spots sind wirklich toll! Wir erkunden die Insel zu Fuss und stellen schnell fest, dass sie fast aus allen Nähten platzt. Es gibt kaum noch ein Fleckchen Erde, das nicht mit einem Restaurant, einem Hotel, einem 7-Eleven oder einem Weed-Shop bedeckt ist. So viele Touristen auf einem Haufen haben wir auf der gesamten Reise noch nie gesehen. Aus allen Ländern dieser Welt scheinen die Leute nach Thailand zu reisen. Wir geniessen diese Offenheit und das thailändische Essen und suchen uns als nächstes eine etwas ruhigere, authentischere Insel aus.

So reisen wir mit einem kleinen Boot ungefähr 3 Stunden weiter zur Insel Koh Mak. Im Vergleich zu Koh Lipe hat diese Insel ein ganz anderes Verhältnis zwischen Tourismus und Locals. Es gibt ein paar kleine Resorts, ein paar Bungalows hier, ein paar Zimmer zum mieten da und glücklicherweise auch ein paar gute Restaurants. All diese Orte sind schön in das lokale Leben integriert. Hier dürfen wir zum ersten Mal Luft von der thailändischen Lebensweise und Kultur schnuppern. Uns gefällt es hier sehr. Alles ist zu Fuss erreichbar. Die Locals widmen sich auch hier primär dem Tourismus und dem Fischfang. Eine echt empfehlenswerte Insel! An der Ostseite der Insel befindet sich eine kleine Höhle, die nur übers Meer erreichbar ist. Schwimmt man durch diese stockdunkle Höhle entpuppt sie sich als 60 Meter langer Tunnel, der in einer Art Innenhof mündet. Darin, umgeben von hohen Felsen, befindet sich eine paradiesische Oase mit einem kleinen weissen Sandstrand, Palmen, Vögeln und zahlreichen dschungligen Pflanzen. Echt sehenswert und unglaublich! Legenden munkeln, dass Piraten hier früher ihr Gold versteckt haben. Ausser Kameras finden wir hier aber nichts, das aufblitzt. Trotzdem vergraben wir sicherheitshalber ein paar Münzen neben einer prächtigen Palme, man weiss ja nie!

Nach dieser tollen Erfahrung zieht es uns weiter auf eine grössere Insel, Koh Lanta. Koh Lanta liegt nahe am thailändischen Festland. Wir erreichen die Insel über einen Fluss, der sich vorbei an zahlreichen Affen durch die Mangrovenwälder schlängelt. Eine sehr eindrückliche Kulisse. Diese Insel ist zu gross für unsere Füsse. Also mieten wir einen Scooter und gehen auf Entdeckungstour! Ein tolles Gefühl so unterwegs zu sein. Angesteckt von der Abenteuerlust buchen wir eine Kayaktour und lernen unseren Guide "Easy-Banana" kennen. Dieser äusserst gut gelaunte Typ, der mehr Energie hat als 10 Duracell-Häsli und selten ohne Joint im Mund zu sehen ist, führt uns einen Tag lang mit Kayak und Boot durch Mangroven-Wälder und ultrakleine, felsige Inseln. Während 6 Jahren hat er die kleinen Felsen rund um die Insel erkundet und zwei Grotten entdeckt. Da er seine Faszination für diese verlassenen Gegenden teilen wollte, begann er sich eine Tour durch diese eindrückliche Landschaft zu überlegen und Kletterhilfen zu installieren. Der Typ scheint jeden Felsspalt persönlich zu kennen und hat wahrscheinlich mehr Zeit alleine in diesen Höhlen verbracht als gesund ist. An einem Ort spielte er mit den Stalagmiten Schlagzeug und sang dazu, am anderen seilte er sich 4 Meter in die Tiefe, am nächsten fand er 40 Meter in der Finsternis nach engen Passagen einen Indoor-Pool usw. Unterhaltung pur! Diese Tour ist echt empfehlenswert! Man lernt sogar noch seine Freunde, einen Affen-Clan, kennen, welche gespannt auf seine Stimme und die leckeren Bananen warten. Wirklich eindrücklich, wie sie ihn schon aus der Ferne erkennen und sich freuen.

Nun haben wir noch ein paar Tage Zeit, bis wir Ende Januar in Bangkok sein wollen. Wir haben seit Wochen geplant, Joël's Mami an ihrem Geburtstag zu überraschen. Unsere Vorfreude steigt ins Unermessliche und wir tun uns schwer allen vorzugaukeln, wir wären immer noch in Guatemala. Nur noch kurz durchhalten! Damit dies besser gelingt, besuchen wir ein paar Massagekurse in der Region Krabi. Unsere Lehrer sprechen nicht sonderlich gut Englisch, wir nicht so gut Thai. Passt also bestens! Glücklicherweise wird in guten Massagen nicht viel geredet, also lernen wir viel und dürfen drei Kurse abschliessen.

Mit durchgekneteten Fingern packen wir unsere Rucksäcke einmal mehr zusammen und reisen mit dem Nachtzug nach Bangkok. Die Betten sind erstaunlich bequem und das angenehme Rütteln wiegt uns in den Schlaf. Um 05:30 gehen die Lichter an und eine Frau stürmt in unser Abteil. Selbstverständlich hat Joël kein Wort verstanden, schliesslich ist er noch tief am schlafen. Schliesslich muss die nette Dame Joël mehrmals darauf hinweisen, dass er endlich aufstehen und das Bett freimachen soll! Ohne Enthusiasmus packt Joël dann endlich seine Sachen zusammen und verlässt halbschlafend das Bett. Ein Blick nach draussen und das dschunglige grün ist einem dschungligen grau gewichen: hallo Bangkok!

Am nächsten Tag ist es dann soweit! Der Tag der grossen Überraschung. Für zwei Nächte haben wir dasselbe Hotel gebucht wie Joël's Eltern. Bruno war von Anfang an eingeweiht und hat uns mit den nötigen Infos versorgt. Bevor wir zum Hotel gehen rufen wir Barbara an und gratulieren ihr zum Geburtstag! Nach einem kurzen Schwatz gaukeln wir ihr vor, dass unsere Internetverbindung schwach sei und wir kurz das Netzwerk wechseln möchten. "Mir mäudenis grad widr, bis baud" sagen wir und erreichen das niedliche Hotel am Fluss. Durch die Eingangstür sehen wir zwei bekannte Gesichter gemütlich am Frühstückstisch sitzen. Wir schleichen uns an und bleiben zu unserem Erstaunen unbemerkt. Wie lange haben wir auf diesen Moment gewartet! Wir quatschen die beiden an und wissen eigentlich gar nicht mehr, was wir eigentlich gesagt haben. "Do simer widr" - irgendetwas in diese Richtung. Die Freude ist grenzenlos, die Überraschung geglückt, die Tränchen fliessen und Barbara glaubt wahrscheinlich noch heute nicht was da passiert ist! Unvergessliche Momente, die wir da gemeinsam geschaffen haben. Es ist ein wohliges, warmes Gefühl die beiden nach fast einem Jahr wieder in die Arme schliessen und gemeinsam schwatzen zu können. Nach zahlreichen Umarmungen und freudigen Lachern beginnen wir alle zu realisieren, dass wir nun 5 Wochen gemeinsam durch Thailand reisen dürfen! Da erzählen wir euch gerne im nächsten Beitrag mehr darüber.

Wir können euch bestätigen, dass sich eine Reise um die halbe Welt für eine Überraschung wirklich lohnt. Wir sind so froh, dass die Überraschung gelungen ist und wir unser geliebtes Lateinamerika verlassen haben. Solche Momente sind einzigartig. Es ist wichtig, sie zu geniessen. Einen Augenblick später sind sie bereits Geschichte. Oftmals merken wir erst später, wie toll ein Erlebnis, ein Moment, eigentlich war. Daher geniesst jeden, den ihr kriegt :-) Gelegenheiten dazu bieten sich uns allen täglich zahlreiche. Wir müssen sie nur sehen. Und es muss ja nicht gerade eine Reise um die halbe Welt sein. Schon eine klitze-kleine Aufmerksamkeit oder Überraschung kann manchmal Welten versetzen.


Con mucho amor,



 



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